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Doris Heinemann

„Wirf dein Herz über den Fluß und spring hinterher....“

(Indianisches Sprichwort)

 

Mein Werdegang:
 

Geboren in einem kleinen Dorf in Norddeutschland ...

 

 

 

 

In meinem Erstberuf als Chemielaborantin habe ich das genaue Beobachten von Prozessen und Phänomenen, sowie das geduldige Abwarten von erwarteten und auch unerwarteten Ergebnissen gelernt.

Mit Staunen stellte ich fest, dass für manche Menschen eine ganze Welt aus sich selbst bewegenden großen, kleinen und kleinsten Teilchen bestehen kann, die problemlos in ein vorgestelltes Konzept vom "Urknall" o.ä. hineinpaßt.

 

Aber wie treffend läßt doch Goethe seinen Mephistopheles im Faust aussprechen:

 

"Wer will was Lebendig's erkennen und beschreiben,

Sucht erst den Geist herauszutreiben,

Dann hat er die Teile in der Hand.

Fehlt, leider! nur das geistige Band."

 

 

Mich haben Fragen über das Menschsein, die Welt und das Leben immer bewegt und die modernen Vorstellungen vom Leben, dem Menschen und der Welt - allein durch Maß, Zahl und Gewicht bestimmt - haben mir keine befriedigenden Anworten geschenkt.

 

Zu meinem großen Glück tauchte in meinem 20. Lebensjahr das Hessenkolleg Rüsselsheim an meinem Horizont auf und ich konnte erleben, wie es sich anfühlt, weitere Bildung aus eigenem Antrieb zu erwerben - der sogenannte „Zweite Bildungsweg“ als Türöffner für eine lebenslange Weiter-Bildung.


Die Zeiten vor und während meines späteren Studiums habe ich "nebenbei" genutzt, um in unterschiedlichste Arbeitsbereiche hineinzuschnuppern. Damals ahnte ich noch nicht, wie hilfreich mir das später einmal sein würde, um „Patienten“ in ihrem jeweiligen Berufs- und Lebenszusammenhang besser verstehen zu können!


In Berlin habe ich Ethnologie und Altamerikanistik studiert, weil ich wissen wollte, wie andere Gesellschaften „funktionieren“ und ob die Menschen auf der ganzen Welt so leben, wie ich es von meinem eigenen Umfeld her kennengelernt habe? Fazit: Überall leben die Menschen nach moralischen Regeln, die sie sich anscheinend selbst gegeben haben und die ihnen ein verträgliches Miteinander sichern sollen. Menschen wollen zudem "zueinander" gehören....


Mein Leben nahm eine wundervolle Wendung, als meine beiden Kinder geboren wurden. Ich könnte einen ganzen Roman schreiben über die vielen intensiven Momente mit ihnen...und auch über die reichlichen inneren und äußeren Veränderungen, die mir das Leben mit ihnen und inzwischen auch mit meinem Enkelkind geschenkt hat.


Als meine Kinder eingeschult wurden, lernte auch ich etwas Neues - meinen zweiten Beruf: Ergotherapeutin. In diesem neuen Beruf vereinen sich für mich heute beinahe alle Erfahrungen, die mein Leben so „reich“ gemacht haben.


In meiner Praxis erlebe ich oft, dass Menschen ihre Einstellung zu ihrem Alltag, zu ihrem Leben und manchmal auch zu ihrem Selbst aufgrund von Krankheit oder Unfall ändern müssen - sei es, dass sie selbst erkrankt sind oder dass sie als Angehörige/r eines Erkrankten „mitbetroffen“ sind. Das kann gut gelingen, wenn sich ein offenes Ohr, ein liebevoller Blick oder eine helfende Hand findet, die unterstützt und/oder begleitet ohne zu entmündigen. Ich bin mir bewußt, dass kein Mensch in die Haut eines anderen schlüpfen kann, um die Welt so zu erleben, wie der andere sie erlebt, aber man kann versuchen, ein klein wenig zu verstehen, warum jemand etwas „auf diese Weise tut“, wenn man Fragen stellt und nicht zu allem und jedem schon eine fertige Antwort oder gar ein vernichtendes Urteil parat hat....

 

Ich bin dankbar für die Begegnung mit Menschen, die mein Streben verstanden haben und mir auf ganz unterschiedliche Weise behilflich waren, den immerzu werdenden Menschen und sein Handeln in der Welt - mich eingeschlossen - besser zu verstehen.

 

 

 

 

 

 

Faust zu Mephistopheles:

 

"In deinem Nichts hoff ' ich, das All zu finden."

(Goethe, 1749 - 1832)