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Ergotherapie für Kinder

„Wenn dein Herz mutig ist, so habe keine Angst, dass du verloren gehst.“

(Homer – etwa 8.Jh. vor Christus)

 

 

 

 

Sensomotorisch-perzeptive oder psychisch-funktionelle Behandlung als Einzeltherapie unter Berücksichtigung der individuellen Entwicklung des sich beständig in Entfaltung befindlichen Kindes.

 

Krankheitsbilder/Diagnosen:

 

  • Entwicklungsverzögerungen (z.B. nach Krankheit, bei ausgeprägter Ängstlichkeit unklarer Herkunft, durch Krisen- oder Umbruchsituationen im unmittelbaren Umfeld des Kindes, ...)
  • Entwicklungsstörungen (z.B. durch Frühgeburt, Mutismus, Autismus, Seh-und/oder Hörbeeinträchtigungen, organische Ursachen, ...)
  • Störungen des Bewegungsablaufs (z.B. bei Adipositas, Lähmungen, Neurodermitis, unklarer Händigkeit, Mißbildungen, Verletzungen, ...)
  • Störungen der sensorischen Integration (Sinneswahrnehmungen sind aus unterschiedlichen Gründen nicht hinreichend miteinander verknüpft oder differenziert – Hören, Sehen, Gleichgewicht, Tasten, Bewegung, ...) mit Auswirkungen auf das Körperschema (Orientierung am eigenen Körper und im Raum gelingt nicht altersentsprechend: häufiges Stolpern, Anrempeln, Fallenlassen von Gegenständen, ...)
  • Störungen der sensomotorischen Entwicklung und damit verbundene Beeinträchtigung kognitiver Prozesse (z.B. kein altersgerechtes Spielen, eingeschränkte rechnerische Fähigkeiten, Schwierigkeiten beim Schreiben, Lesen, Defizite in der motorischen und Handlungsplanung, ...)
  • Störungen in der Sozialentwicklung und Kommunikationsfähigkeit als Folge eingeschränkter Wahrnehmungsfähigkeit bzw. Wahrnehmungsverarbeitung
  • Pränatale Erkrankungen (z.B. Trisomie 21, ...)

 

 

 

Therapieziele/Aufgaben:

 

  • Identifizierung der Probleme des Kindes bei seiner Betätigung im Alltag, in Kindergarten bzw. Schule, in der Freizeit - Anamnese
  • Genaue Beobachtung der körperlichen, psychisch-emotionalen und kognitiven Fähigkeiten des Kindes, wie auch der auf das Kind einwirkenden Umwelteinflüsse und seiner Interaktion mit Bezugspersonen - Ergotherapeutischer Befund
  • Unterstützung von altersentsprechenden Handlungen und Handlungsmöglichkeiten (Spielen, Lernen, Interaktion, Kommunikation) des Kindes unter Berücksichtigung seines bisherigen individuellen Entwicklungsverlaufes
  • Förderung und Unterstützung von psychischer Stabilität und Selbstvertrauen
  • Unterstützung und Förderung bei der Entwicklung von altersentsprechenden kognitiven Fähigkeiten (Konzentration, Ausdauer, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Orientierung, kindliche Konzeptbildung)
  • Unterstützung körperlicher Funktionen (sinnliche Wahrnehmung, Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Körperschema)

 

In der Therapie wird dem Kind stets eine "Welt" angeboten, die seinem aktuellen Entwicklungsstand entspricht. Gemeinsam erarbeiten Kind und Therapeutin dann in kleinen, manchmal auch größeren Schritten (Therapieverlauf) einen Weg, um das "Zuwenig" oder "Zuviel" an Fähigkeiten in altersentsprechende und alltagsbezogene Kompetenz umzuwandeln.
 


Bedenkenswertes:

  • U-Heft: Entwicklungs- oder Wahrnehmungsstörungen werden im Rahmen sorgfältiger fortgesetzter Vorsorgeuntersuchungen durch den Kinder- und Jugendarzt festgestellt und in der Regel auch im „U-Heft“ vermerkt. Der Arzt gibt Empfehlungen an die Eltern, wie sie selbst und/oder mit Hilfe von Fachkräften für eine gesunde (Weiter-)Entwicklung ihres Kindes sorgen können.
  • Therapie: Bei klar diagnostizierten Defiziten in der Wahrnehmung bzw. der Wahrnehmungsverarbeitung oder bei motorischen Fehlentwicklungen führt die häufig gern empfohlene „pädagogische Förderung“ nicht zum gewünschten (Bildungs-) Ziel. Warum? Dem Kind fehlen in solchen Fällen oft grundlegende Erfahrungen mit seinem Körper und Sinnesorganismus. In der Folge zeigt es dann möglicherweise noch zusätzliche, sogenannte „psychologische Sekundärstörung/en“ (Einnässen, Nägelkauen, ausgeprägte Ängste, Verweigerungen, aggressives Verhalten, Unruhe, Tics, ...) oder leidet unter belastenden Lernproblemen (unzureichende oder falsch angelegte Denkmuster). Vielleicht wären dem Kind solche "Folgeprobleme" durch eine frühzeitige therapeutische Intervention (Behandlung) erspart geblieben, denn die Erfahrung zeigt: Nicht alles „verwächst sich“....!!
  • Medikamente: Der verantwortungsbewusste Facharzt wird nach einer umfassenden Diagnostik die unterstützende Wirkung von Medikamenten aus gutem Grund empfehlen, wenn dies die individuelle Konstitution des Kindes für seine weitere gesunde Entwicklung verlangt oder erforderlich macht. Eltern sollten bedenken, dass Medikamente in den Stoffwechsel ihres Kindes eingreifen und dadurch unter Umständen günstigere Bedingungen zum Erlernen lebens- und alltagsnotwendiger Fähigkeiten schaffen. Das Erlernen von Fähigkeiten ist jedoch immer eine Kompetenz des Kindes und nicht eine Fähigkeit von Substanzen oder Wirkstoffen!
  • Motivation: Kinder haben eigentlich immer Lust und Freude daran, die Welt zu entdecken. Wie reich ist ein Kind beschenkt, das sich durch eigenes Wollen auf Sinneserfahrungen einlassen (z.B. sich "schmutzig machen") darf, um diese dann im weiteren Verlauf seiner Entwicklung mit eigenen, altersentsprechenden Vorstellungen zu einem sinnvollen Begriff miteinander verknüpfen zu können? Aufforderung (Angebote) zum Lernen, nicht aber Über- oder Unterforderung ist hier der Schlüssel zur Entfaltung und zum Erfolg, sowohl in der Therapie, wie auch in der weiteren kindlichen Umgebung.
  • Die Welt des Kindes: Durch Spiele und Gespräche, die dem Alter des Kindes entsprechen, helfen Eltern und Bezugspersonen dem Kind, seinen jeweils aktuellen „Vorstellungs-Horizont“ zu erweitern und Schritt für Schritt die selbst entdeckte Welt zu verstehen. Kinder sind weder "Ersatz-Partner", noch Dressurobjekte oder Erfüllungsgehilfen für die Welt der Erwachsenen...