Ergotherapie in meiner Praxis

„Unsere größten Ängste sind die Drachen, die unsere tiefsten Schätze bewahren.“

(Rainer Maria Rilke, 1875 - 1926)

 

 

 

 

 

Was ist Ergotherapie?

 

… ein Heilverfahren, das die Erhöhung der Handlungsfähigkeit von Patienten in ihrem Alltag zum Ziel hat. Dazu werden unter Anleitung der Ergotherapeutin/des Ergotherapeuten Tätigkeiten des täglichen Lebens praktisch geübt und (wieder) gelernt, bis diese für den Patienten zufriedenstellend (wieder) ausgeführt werden können.

Mein persönlicher Schwerpunkt in der Ergotherapie liegt in der individuellen Einzelbehandlung – ich orientiere mich an den konkreten Schwierigkeiten, die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene in Bezug auf ihre Bewegung, Orientierung und Wahrnehmung in ihrem ganz persönlichen Alltag haben.

Ein ausführliches Anamnesegespräch eröffnet einen ersten Blick auf die „Landschaft der Schwierigkeiten“, für die in der Therapie eine Lösung gefunden werden soll.


Eine genaue Beobachtung, manchmal zusätzlich unterstützt durch Videoaufzeichnungen, liefert erste Hinweise auf mögliche Ursachen der Auffälligkeiten. – dabei sind „Konzepte“ für mich lediglich „Gehhilfen“ auf dem Lösungsweg.


Eine wirkliche Lösung für Ihren Alltag können wir nur gemeinsam finden, indem wir ausprobieren, was für Sie „sinnvoll und machbar“ ist. Manchmal erfordert dies eine weiterführende Diagnostik durch Fachärzte oder den Einsatz und die Erprobung von Hilfsmitteln, wie Brille, Hörgerät, Gehhilfen, Rollstuhl, adaptierte Werk-Zeuge,....

Bei sogenannten „psychischen Sekundärstörungen“ (Ängste, Schmerzen, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen,...) oder „pädagogischen Problemen“ (versagende Erziehungsmuster oder Lerntheorien), die eine zusätzliche Behandlung/Betreuung durch entsprechend geschulte Fachkräfte erfordert, biete ich gerne meine Zusammenarbeit an.

 

 

 

 

Ergotherapie in meiner Praxis

 

Ergotherapie in meiner Praxis bedeutet, ich lehne mich in der individuellen Behandlung von Patienten an verschiedene Konzepte an, das sind u.a.:

 

 

 

Mir sind einige, der sehr umfangreichen PC-gestützten Konzepte zur Verbesserung von Konzentration, Aufmerksamkeit und auch Entspannung bekannt. Zugegebenermaßen bin ich auch stets aufs Neue beeindruckt, wie der technische Fortschritt vehement sein Plätzchen in der Therapie sucht und häufig dann auch findet.

Im Verlauf meiner beruflichen (ergotherapeutischen) Tätigkeit bin ich allerdings zu der persönlichen Überzeugung gelangt, dass eine lebendige Mensch-zu-Mensch-Begegnung einen viel bedeutsameren Beitrag zur Entwicklung, wie auch zur Heilung eines Menschen beiträgt, als es die seelenlose Maschine-Mensch-Kommunikation je ermöglichen würde.

 

In meiner Praxis verzichte ich folglich auf den Einsatz von computergestützen therapeutischen Konzepten, weil sie m.E. die "höheren Sinne" (siehe dazu meine Seite zur "Sinneslehre") zu wenig in den Entwicklungs- und Heilungsprozeß mit einbeziehen.

 

Interessant: Forscher der Universität Bielefeld testen (2015), ob sich Maschinen mit menschlichen Zügen als Sprachtrainer für 4-5-jährige Kinder bewähren.

(Hinweis dazu: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Roboter-sollen-Einwandererkindern-beim-Deutschlernen-helfen-3052376.html).

 

Wie wird unsere Zukunft als Mensch aussehen, wenn der Mensch sich immer mehr aus der Mensch-zu-Mensch-Begegnung herauszieht??

 

 

 

 

Fortbildungsverpflichtung

 

 

Seit dem 01.01.2007 gilt für alle niedergelassenen Heilmittelerbringer (Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Masseure und medizinische Bademeister) mit eigener (Kassen-) Zulassung nach § 125 Abs. 2 SGB V (Zugelassene/r) sowie für die fachliche Leitung der zugelassenen Einrichtung oder Zweigstelle eine Fortbildungsverpflichtung (Fobi-Pflicht). Die Fobi-Pflicht geht zurück auf das am 01.01.2004 in Kraft getretene Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG).

 

Ziel der Fobi-Pflicht ist es, dass die an der ambulanten Heilmittelversorgung beteiligten Therapeuten/innen sich aus Gründen der Sicherstellung der Qualität der Heilmittelerbringung zielgerichtet regelmäßig fortbilden. Die Fobi-Pflicht wurde in mehreren Verhandlungsrunden zwischen den Spitzenverbänden der Krankenkassen und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände e. V. (BHV) vereinbart. Zur Umsetzung der Fobi-Pflicht wurde ein Punktesystem eingeführt. Gefordert sind 60 Fortbildungspunkte (FP) innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren, wobei ein FP einer Unterrichtseinheit (UE) von 45 Minuten entspricht.

 

 

 

 

Wer trägt die Kosten für Ergotherapie?

 

Nach Ausstellung einer Verordnung (Rezept) durch den Arzt/Facharzt trägt in der Regel die Private Krankenkasse oder die Gesetzliche Krankenkasse des Versicherten oder die zuständige Berufsgenossenschaft die Kosten.

 

Bei Inanspruchnahme ergotherapeutischer Leistungen, die aufgrund eigener Initiative erfolgt sind (Vorträge, Seminare, Workshops, Überprüfungen motorischer und/oder kognitiver Leistungen, Anleitungen zu Übungen) ohne Vorliegen einer ärztlich diagnostizierten Erkrankung erfolgt eine private Rechnungsstellung.

 

 

Gesetzlich Krankenversicherte

 

Seit dem 1.1.2004 haben gesetzlich Krankenversicherte ab dem 18. Lebensjahr eine Zuzahlung zu Heilmitteln zu leisten. Der Betrag setzt sich zusammen aus 10,-- € Zuzahlung je Verordnung + 10% der Behandlungskosten (Rezeptwert).


Die Belastungsgrenze bei Zuzahlungen liegt bei 2% des Bruttoeinkommens – für schwerwiegend chronisch Kranke liegt sie bei 1% des Bruttoeinkommens. Bei Erreichen der Belastungsobergrenze stellt die Krankenkasse einen Freistellungsbescheid aus.

 

 

Privat Krankenversicherte

 

Wie stellt sich ein "Privatpatient" in meiner Praxis dar?

 

1. Ein "Privatpatient" schließt mit meiner Praxis einen privaten Behandlungsvertrag ab. Dieser beruht nicht auf dem sog. "Sachleistungsprinzip" - wie es bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nach dem Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgesehen ist -  sondern ist nach dem sog. "Geldleistungsprinzip" auf Grundlage des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG)  und allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt. Das bedeutet: Die PKV zahlt ihren Versicherten einen bestimmten Geldbetrag für versicherte Leistungen.

 

2. Ein "Privatpatient" hat in der PKV einen Tarif gewählt, bei dem die Ergotherapie als erstattungsfähiges Heilmittel im Versicherungsschutz ganz, teilweise oder gar nicht enthalten ist. Das bedeutet: Die Kosten für Ergotherapie können von der PKV gänzlich, teilweise oder als Kulanzleistung übernommen bzw. abgelehnt werden.

 

3. Zwischen der PKV und meiner Praxis besteht kein Vertrag - die Abrechnung meiner Leistungen erfolgt im Verhältnis Praxis-Patient. Beamte sind Privatpatienten mit Anspruch auf Beihilfe gegenüber ihrem Dienstherrn, Differenzbeträge sind mit der PKV zu regeln.

 

4. Meine Praxis ist gegenüber einem "Privatpatienten" keiner preislichen Bindung unterworfen. Die Vergütung erfolgt im Wege eines Honorarvertrages. Zur Orientierung: Gestützt durch Urteile der bisherigen Rechtsprechung wurde die preisliche Untergrenze auf den 1,8-fachen vdek-Satz und die Obergrenze auf den 2,3-fachen vdek-Satz (angelehnt an die ärztliche Verfahrensweise) festgelegt, örtliche Gegebenheiten können berücksichtigt werden.

 

5. Im Honorarvertrag wird geregelt, welche Vergütung für therapeutische Leistungen, Hausbesuche, Berichte, Beratung, Analyse des ergotherapeutischen Bedarfs, ergotherapeutische Diagnostik etc. zu entrichten sind.

 

6. Ein "Privatpatient" kann vor Behandlungsbeginn eine Abklärung mit seiner PKV vornehmen, inwieweit die Kosten für eine Behandlung in meiner Praxis von seiner PKV übernommen werden. Bedenkswert: Die "Reservierung" eines Therapieplatzes ist nicht möglich.

 

7. Ein "Privatpatient" erhält nach Abschluß der ergotherapeutischen Behandlung eine detaillierte Rechnung, in der die erbrachten therapeutischen Leistungen mit Datumsangabe aufgelistet sind. Die Rechnung mit dem ausgestellten Original-Privatrezept reicht der Privatpatient selbst bei seiner PKV ein, um die Erstattung der an mich geleisteten Beträge zu erwirken.

 

siehe auch:

https://www.privatpreise.de/patienten/qualitaet-durch-privatpreise/ueber-privatpreise/vertragsverhaeltnis/

https://www.privatpreise.de/therapeuten-service/privatpreise-therapie/vertrag-preisgestaltung/

 

 

 

Wer darf eine ergotherapeutische Behandlung ausführen?

 

Ergotherapie ist ein anerkanntes Heilmittel, das auf medizinischer, sozialwissenschaftlicher und handlungsorientierter Grundlage beruht. Seit 1953 gibt es die Ausbildung zum staatlich geprüften sogenannten Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten – seit 1999 lautet die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung „Ergotherapeut“. Zur Ausübung der ergotherapeutischen Tätigkeit bedarf es der Erlaubnis.

 

 

 

Schweigepflicht

 

Nach §203 StGB unterliegen Ergotherapeuten als Angehörige eines Heilberufes der (ärztlichen) strafrechtlichen Schweigepflicht, die bei Verletzung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird.

 

 

 

Rahmenempfehlungen

 

Die Rahmenempfehlung Ergotherapie ist die „Blaupause“ für die einzelnen Rahmenverträge mit den Krankenkassen, z.B. den Vertrag, der bundesweit mit den Ersatzkassen geschlossen wurde, oder für die regionalen Verträge in den einzelnen Bundesländern. Hier werden die gegenseitigen Rechte und Pflichten geklärt.

 

Die Leistungsbeschreibung wurde komplett auf die Formulierungen der ICF angepasst. Die ICF ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2001 initial erstellte und herausgegebene Klassifikation zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung sowie der relevanten Umweltfaktoren von Menschen (Quelle: Wikipedia).

Sie ist erhältlich bei DIMDI: www.dimdi.de/static/de/klassi/icf/

 

(Aus den Mitteilungen des DVE - Berufsverband der Ergotherapeuten)

 

 

 

 

 

 


Mustervordruck für die Verordnung von Ergotherapie ab dem 1. April 2013 mit ICD-10 Code siehe:

 

https://www.dve.info/ergotherapie/infos-fuer-aerzte

 

https://www.dve.info/ergotherapie/infos-fuer-aerzte/verordnung-ergotherapeutischer-leistungen

 

https://www.dve.info/resources/pdf/ergotherapie/infos-fuer-aerzte/150-ausfuellhilfe-s2-3/file

 

 


Anleitung zur Verordnung von Ergotherapie mit Diagnosenindex

siehe Heilmittelkatalog 2011:

 

www.heilmittelkatalog.de

http://www.heilmittelkatalog.de/heilmittelkatalog-online.html

 

oder:

 

Ausfüllhilfe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern 2017

(PDF-Datei zum Ausdrucken)

 

 

Neu:

Ab dem 1.1.2017 gelten neue Rezeptvordrucke, die "Praxisbesonderheiten" berücksichtigen: dem verordnenden Arzt wird die Möglichkeit gegeben, Heilmittel zu verordnen, die nicht (mehr) in sein Budget fallen.

Auf den neuen Vordrucken sind dann zwei ICD-10 - Verschlüsselungen notwendig.

 

 

Siehe: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/index.htm